Nidec DESCH Antriebstechnik GmbH & Co. KG

Das Maschinenbauunternehmen Nidec DESCH wollte seine Konstruktion besser in die Unternehmenssteuerung einbinden. Zu diesem Zweck integrierte MAIT das SAP Engineering Control Center für Siemens Solid Edge in SAP S/4HANA. Mit Hilfe von ProNovia migrierte DESCH anschließend tausende CAD-Daten aus DBEdge und optimierte den Materialanlage-Prozess mit ProNovia ProMDM. Das Ergebnis: höhere Geschwindigkeit, größere Transparenz, bessere Datenqualität.
Situation und Aufgabe
Seit nahezu 120 Jahren steht die Nidec DESCH Unternehmensgruppe für höchste Präzision und technische Exzellenz in der Antriebstechnik. Die Produktpalette des Unternehmens mit Sitz im sauerländischen Arnsberg reicht von innovativen Kupplungen über Antriebssysteme bis hin zu präzisen Verzahnungsteilen. Maschinenbaukunden, ganz unterschiedlicher Branchen, auf der ganzen Welt schätzen die hohe Qualität und Zuverlässigkeit der Lösungen aus dem Hause Nidec DESCH. Wo so vieles so präzise produziert wird, müssen die Konstruktionsdaten ebenso präzise, zuverlässig und jederzeit verfügbar sein. Dafür müssen sie zentral zur Verfügung stehen. Um das wiederum gewährleisten zu können, brauchte DESCH unbedingt eine zuverlässige Verbindung der technischen Daten aus der Konstruktion mit der Ressourcen- und Prozessplanung auf Gesamtunternehmensebene. Für beide Bereiche existierten im Unternehmen schon seit längerem Lösungen, die sich bewährt hatten: SAP S/4HANA als umfassendes ERP-System einerseits und Siemens Solid Edge als zuverlässige und innovative Konstruktions-Software. Aber: „Die Konstruktion lief bei uns quasi als Insellösung. Nur die Mitarbeitenden dieser Abteilung hatten Zugriff auf die CAD-Konstruktionsdaten über die integrierte Solid-Edge-Datenbank DBEdge. Jedoch fehlte die Brücke zur Unternehmenssteuerung, um all diese Daten für eine präzise und übergreifende Planung effektiv nutzen zu können“, sagt DESCH-IT-Leiter Jörg Lenze.
schnell und auf Augenhöhe. Auch in Zukunft immer wieder
gerne“
Lösung und Herangehensweise
SAP S/4HANA bildete schon seit mehreren Jahren das starke Rückgrat der Unternehmenssteuerung bei DESCH. Deshalb sollte für den Brückenschlag zwischen Prozessplanung und Konstruktion eine Lösung gefunden werden, die bestenfalls schon von Haus aus kompatibel mit SAP war. Diese Lösung gibt es. Ihr Name: SAP Engineering Control Center (ECTR). Mit ECTR lassen sich alle Engineering-Daten aus Solid Edge direkt in SAP S4/HANA integrieren und mit Businessinformationen verknüpfen. Darauf aufbauend kann die Produktentstehung in jeder Phase optimal unterstützt und auch Folgeprozesse direkt in SAP eingebunden werden. Die attraktive Bedienoberfläche von ECTR ist zudem besonders übersichtlich und auf die Bedürfnisse von Ingenieuren zugeschnitten, kann aber freilich auch von Usern aus anderen Unternehmensbereichen genutzt werden. Für die ECTR-Integration holte DESCH die IT- und Softwareexperten von MAIT an Bord. MAIT-Projektleiter André Palsherm sorgte in den nächsten Wochen zunächst für die erfolgreiche Integration der neuen Software. „ECTR ist vor allem eine Nutzeroberfläche, die sich in die Oberfläche von Solid Edge einklinkt. Über ECTR haben die User dann auch Zugriff auf SAP, etwa um Daten aus der Beschaffung in den Produktionsprozess einzubringen. Die Konstruktionsdaten liegen in SAP und es bedarf keiner PDM-Lösung zur Verwaltung der CAD-Daten mehr“, sagt Palsherm. Die ehemals zu diesem Zweck genutzte Solid-Edge-Datenbank DBEdge wurde damit überflüssig. Natürlich mussten die zukünftigen User auch für die neue Software geschult werden. Dafür setzte MAIT auf ein Train-the-Trainer-Prinzip kurz vor Einführung des neuen Tools. Eine zentrale Rolle hierfür nahm Daniel Weiß ein, der bei DESCH als Konstrukteur tätig ist. Gemeinsam mit André Palsherm trainierte Weiß als Key-User die zukünftigen Anwender. Seitdem unterstützt der Konstrukteur seine Kolleginnen und Kollegen kontinuierlich, löst Probleme und setzt neue Ideen sowie Verbesserungen um. Dabei fungiert Daniel Weiß als Bindeglied zwischen der Konstruktion und der IT. Externe Unterstützung erhält er von MAIT. Doch mit der ECTR-Anbindung war nur einer von drei geplanten Workstreams erledigt. Der nächste Arbeitsschritt: Um die abertausenden CAD-Konstruktionsdaten in Form von Zeichnungen und Modellen in der neuen SAP-Umgebung überhaupt nutzen zu können, mussten sie freilich erst einmal dorthin überführt werden. Dafür öffneten die MAIT-Spezialisten einen Datensatz nach dem anderen, passten jeweils die Referenzen an, vergaben neue Namen und bereiteten die beschreibenden Metadaten aus DBEdge auf. All das mit dem Ziel, die CAD-Daten mit ihrer neuen SAP-Heimat zu harmonisieren. Und das dritte Aufgabenbündel? Das sah vor, dass der Materialstamm-Anlageprozess zukünftig möglichst automatisiert erfolgen sollte. Dafür holte sich DESCH gemeinsam mit MAIT einen weiteren Spezialisten an Bord: den führenden Schweizer Anbieter von SAP-PLM-Produkten ProNovia, welche eine lange Partnerschaft mit MAIT verbindet. ProNovia überzeugte mit der von eigens für SAP entwickelten Workflow-Engine und Materialstammfunktionen mit ProMDM. Es ermöglicht die automatische und regelbasierte Anlage, Pflege und Validierung von Materialstammdaten. Anwender können sich dank des Wegfalls wiederkehrender Tätigkeiten zur Datenpflege ganz auf die Prüfung und Ergänzung weniger, definierter Felder konzentrieren.

Ergebnis und Nutzen
Nach etwa einem Jahr Implementierungszeit für die drei Workstreams arbeiten bei DESCH von den heute rund 250 SAP-Anwendern etwa 25 Konstrukteure regelmäßig mit ECTR. Dank der Integration leben sie datentechnisch nun nicht mehr auf einer „Insel“, sondern verwalten ihre Konstruktionsdaten im selben System wie der Rest des Unternehmens, nämlich in SAP als neue „Single Source of Truth“. Nutzerinnen und Nutzer sind vom schnellen Zugriff auf Konstruktionsdaten überzeugt – aber auch von den ganz neuen Möglichkeiten. So werden etwa Mitarbeitende aus der Arbeitsvorbereitung automatisch auf einen noch laufenden Konstruktionsvorgang aufmerksam gemacht, können umgehend einen Blick auf die Zeichnung werfen und dadurch frühzeitig die Maschinenbelegung planen. Diese Zeitersparnis bringt gravierende Vorteile. Denn: Die Arbeitsvorbereitung muss jede Konstruktion ebenfalls freigeben und kann durch den neuen Kniff schon frühzeitig Rückmeldung an die Konstrukteure geben. Gleichzeitig reduziert ProMaterialData im Hintergrund zuverlässig die Durchlaufzeiten von Materialanlage und -pflegeprozessen signifikant und verbessert die Datenqualität. „Wir sind definitiv viel schneller und transparenter geworden. Jeder kann jeden in Echtzeit unterstützen und die Datenqualität hat deutlich zugenommen“, sagt Konstrukteur Daniel Weiß von DESCH. André Palsherm von MAIT ergänzt: „Durch die ECTR-Integration und die weitgehende Automatisierung sind weniger Personen am Prozess beteiligt und DESCH kann Kapazitäten einsparen. Insgesamt kann das Unternehmen mehr Aufträge schneller abarbeiten und dadurch potenziell höhere Umsätze erzielen.“ DESCH-IT-Leiter Jörg Lenze ist von der Partnerschaft mit MAIT überzeugt: „Eine wirklich starke Zusammenarbeit. Immer konstruktiv, schnell und auf Augenhöhe. Auch in Zukunft immer wieder gerne“, sagt Lenze. Die Ausweitung der ECTR-Verknüpfungen und weitere Automatisierungen sind bereits in Planung. Das Projekt „Brückenbau“ geht also weiter.

